Trainingsplan

Trainingspläne für Tiere: Wozu braucht es einen Trainingsplan? Was gilt es zu beachten? Wie stellt man einen zusammen? Das möchte ich dir in diesem Blogeintrag erklären.

 

 

 

Man kennt solche Pläne in erster Linie von Sportlern, und solchen die es werden wollen. Grundstabilität, Ausdauer und Gesundheit sollten das erste Ziel in einem Trainingsplan sein. Keinem bringt es etwas sich völlig zu verausgaben, wenn am Ende eine Verletzung steht. Das ist die Kunst eines richtig guten Plans: Im Rahmen der körperlichen Gesundheit den Kraftaufbau bzw. Konditionsaufbau so zu gestalten, dass die Regeneration immer vollständig statt findet. Genau hier ist immer der Knackpunkt an dem man sehr gut erkennt, ob ein Plan gut ausgearbeitet ist: Ist der Mensch oder das Tier ständig verletzt? Kommt die gewünschte Leistung nicht? Kann es auch an einer alten Verletzung liegen, die noch nicht verarbeitet oder bearbeitet wurde?

 

 

 

Der Körper bleibt ohne Forderung immer in seinem Ist-Zustand. Die Natur gibt es vor: Es wird nur aufgebaut, wenn der Körper und die Zellen warnehmen, dass mehr Kraft und mehr Ausdauer gebraucht wird. Der Körper muss an seine Grenzen gebracht werden, dass er bemerkt das er mehr braucht. Ein Muskel wächst nur, wenn er nicht genügend Kraft für eine Aufgabe hat. Und der wichtigste Punkt der hier immer vergessen wird: Es braucht die immer wieder kehrende Wiederholung. Nur für einmal Mehraufwand baut der Körper nicht auf einmal um. Als kleines Beispiel: Man hilft bei einem Umzug mit, es werden viele Kartons durch die Gegend getragen, schwerere Möbel geschleppt oder auch immer in den fünften Stock hochgelaufen. Für die meisten gibt das erst einmal Muskelkater, also viele kleine Mikrorisse in der Muskulatur. Der Körper und das Nervensystem nehmen das war, und reparieren erst einmal. Man wird ein kleines bisschen stärker, aber leider bräuchte der Körper jetzt immer genau diese Auslastung um diesen Muskelzustand zu behalten. Man schont sich die nächsten Tage und macht seinen normalen Alltag. Also merkt der Körper, dass er diese Kraft im Muskel nicht braucht und baut diese ab. Die Natur macht immer nur das Nötigste, alles andere wäre Energieverschwendung, die von der Natur nicht vorgesehen ist.

 

 

 

Es gibt viele Faktoren bei einem Trainingsplan für Tiere zu bedenken. Alte Verletzungen die nicht aufgearbeitet sind? Der aktuelle körperliche Zustand? Müssen Krankheiten beachtet werden? Gibt es bekannte Erbkrankheiten? Wo sind generell die Schwachpunkte? Wo liegen die Stärken? Welche Übungen klappen gut? Bei welchen zeigen sich Instabilitäten? Wie sieht die Ernährung aus und kann man etwas unterstützend umstellen? Wie schnell regeneriert der Körper? Wie alt ist das Tier? Gehört das Tier eher zu den Selbstbewussten, die alles mitmachen oder zu den Angsttieren, die vor Trainingszubehör Angst haben könnten? Wie viel Zeit hat der Tierhalter um mit dem Tier zu üben? Welche Möglichkeiten stehen zur Verfügung.

 

Die folgende Tabelle ist eine Vorlage für einen Grundplan, für Kleintiere. An welchen Tagen, wie lange, was ist möglich und umsetzbar?!

 

HUND

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Samstag

Sonntag

 

 

 

 

 

 

 

 

Dehnung HGLM

 

 

 

 

 

 

 

 

Dehnung VGLM

 

 

 

 

 

 

 

 

Dehnung Insg.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bergauf Training

 

 

 

 

 

 

 

 

Bergab Training

 

 

 

 

 

 

 

 

Unebener Boden

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnelle Gangart

min

 

 

 

 

 

 

 

Schnelle Gangart

min

 

 

 

 

 

 

 

Langsame Gangart     

min

 

 

 

 

 

 

 

Langsame Gangart     

min

 

 

 

 

 

 

 

Rückwärts

 

 

 

 

 

 

 

 

Rückwärts bergauf

 

 

 

 

 

 

 

Rückwärts

bergab

 

 

 

 

 

 

 

Enge Kreise

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwimmen

 

 

 

 

 

 

 

 

Stepper bergsteigen

 

 

 

 

 

 

 

Balancepad

2 Beine

 

 

 

 

 

 

 

Balancepad

4 Beine

 

 

 

 

 

 

 

Gewichtsmansch.

VGLM

 

 

 

 

 

 

 

Gewichtsmansch.

HGLM

 

 

 

 

 

 

 

Pezzi VGLM

 

 

 

 

 

 

 

 

Pezzi HGLM

 

 

 

 

 

 

 

 

Erdnuss Dopp V

 

 

 

 

 

 

 

 

Erdnuss Dopp H

 

 

 

 

 

 

 

 

Cavaletti

 

 

 

 

 

 

 

 

Terraband

 

 

 

 

 

 

 

 

Frequenzpad

 

 

 

 

 

 

 

 

Magnetfeld

 

 

 

 

 

 

 

 

Ultraschall-vernebler

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Tabelle kann gerne übernommen oder auch selbst zusammengestellt werden. Wenn du dir unsicher bist, stelle deine Fragen gerne in die Kommentare.

 

 

 

Der nächste und auch sehr wichtige Punkt sind die Wiederholungen. Kein Trainingsplan bringt etwas, wenn er keine Wiederholungen hat. Hier sollte zusätzliche die Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit von einem Tier beachtet werden. Gehört es eher zur Sportlerkategorie kann man auch 3-4x die Woche Intensivtraining planen.

 

 

 

Im Humanbereich gibt es beim Muskeltraining immer mehrere Lager. Die einen möchten Kraft trainieren, die anderen Muskelausdauer, der nächste braucht die explosive Kraft fürs Springen. Das gewünschte Ziel gibt den Trainingsplan vor. Möchte ich eine Betonkugel nur einmal hochheben, macht es im Grunde keinen Sinn eine Übung 20x zu machen. Wäre zwar besser, denn dann wäre der Körper stabiler, aber das Training würde dann dreimal so lange dauern. Dann schaue ich, dass ich viel Gewicht mit nur kurzen Einheiten hochbekomme. Möchte ich meinen Muskel in der Ausdauer trainieren, sollte ich viele Wiederholungen einbauen und weniger Gewicht. Denn die Ausdauer kommt zum Großteil mit der Zeit und nicht mit der Kraft.

 

 

 

Fängt man nach einer Operation an, braucht es viele Wiederholungen aber kurze Trainingseinheiten, da der Körper erst wieder seine Grundmuskulatur aufbauen muss. Bei Tieren mit schweren Erkrankungen muss ebenfalls auf die Regenertionsfähigkeit geachtet werden. Hat man eher ein adipöses Tier sollte dringend auf Gelenke, Lunge und Herz geachtet werden. Gerade in diesem Fall verlieren viele leider die Geduld und drängen das Tier regelmäßig zu zuviel Leistung und wundern sich im Nachhineinen warum die Tiere Herz-Lungenerkrankungen, Schiefhaltungen oder auch andere Erkrankungen entwickeln. Und genau hier ist einer der Faktoren der entscheidet, ob das Tier gesund bleibt oder ob es krank trainiert wird. Die Geduld des Tierhalters! Viele verlieren während der Aufbauzeit die Geduld und greifen zu Hilfsmitteln ( Bsp: Zusatzergänzungsmittlechen jeglicher Art, Ausbinder beim Pferd obwohl Tier ansich noch komplett instabil ist, oder auch Hund neben dem Auto rennen lassen). Hier wird kein Mittel an den Pranger gestellt, je nach Nutzung und Verstand des Benutzers kann es helfen oder verletzen. Dennoch ist es immer die Ungeduld des Menschen und auch oft kein Verständniss dafür, was in dieser Zeit im Körper passiert, die dafür sorgen, dass der Trainingserfolg ausbleibt. Folgen von Ungeduld können sein: Regelmäßiger Hartspann im Muskel (der gerne mit einem gut trainierten Muskel verwechselt wird), plötzliche Herz- und Lungenproblematiken, Instabilitäten jeglicher Art, Sehnenverletzungen, ungleich gebildetete Muskulatur, ständige schwere Blockaden und auch Verhaltensveränderungen wie Unlust, Bockigkeit oder auch Aggressionen.

 

Ein guter Trainingsplan passt sich immer den Problematiken des Tieres an. Bei manchen Tieren braucht es einen vier Wochenwechsel, manche einen sechs bis acht Wochenwechsel. Und es gibt Diagnosen bei denen man froh ist, wenn überhaupt der Grundplan durchgehalten werden kann, bsp. Muskeldystrophien, Osteoporose oder auch Skolliosen. Erkrankungen bei denen man froh ist, dass man den aktuellen Gesundheitszustand halten kann. Dann sollte entschieden werden, was genau trainiert werden soll: Muskelaufbau? Muskelausgleich? Gleichgewichtstraining? Nerventraining? Propriozeptives Training? Isometrisches Training? Ausdauer und Kondition? Oder auch die explosive Kraft im Körper: Kofferraum rein und raus oder bei den Pferden das Springtraining. Aber auch nach Operationen erstmal das Aufstehen und stehen bleiben trainieren?

 

 

 

Es gibt keinen 0/8/15 Plan der auf alle Tiere und Menschen passt. Es müssen alle Faktoren mit einbezogen werden und darauf geachtet werden, dass gerne trainiert wird. Viele Tiere verlieren oft den Spaß am Training, da die Abwechslung fehlt. Hier ist Kreativität vom Planschreiber und auch deine Motivation gefragt. Hast du keine Zeit und Lust auf das Training mit deinem Tier? Dann lass diesen Tag aus und mache am nächsten Tag weiter. Tiere merken schneller als wir, wenn wir unmotiviert sind. Und notorische Unlust kann genauso antrainiert werden. Noch eine sehr wichtige Sache zum Ende: Bitte alles in Maßen. Der Mensch neigt erfahrungsgemäß zur Übertreibung. „Das ist doch nicht so schwer, stell dich nicht so an oder auch da geht noch mehr.“ Wenn ich dann dazu komme und das selbe vom Menschen verlange, gibt es meistens plötzliches Verständiss fürs Tier. Auch die Gewöhnung an die Geräte und die Üungen, sind für viele Tiere neu. Sie müssen es erst einmal begreifen, was von Ihnen verlangt wird. Viele Tiere verlieren auch hier ihre Motivation, da zu schnell zu große Trainingsfortschritte verlangt werden.

 

 

 

Falls dein Tier bei einer Übung gar keine Lust hat und unmotioviert ist, bedenke bitte auch das es Schmerz oder eine bisher unentdeckte Erkrankung sein könnte. Training bedeutet immer eine Umstellung von Muskeln, Faszien, Knochen und Nerven. Der Körper ist im Umbau und dementsprechend kann es auch zu Schmerzen kommen. Wichtig sind auch Regenerationspausen. Diese sind genauso wichtig wie die Trainingsphasen, hier baut der Körper auf und um, ohne Regeneration kein Aufbau. Woran du siehst, dass das Training gut ist? Mehr Power, mehr Elan, mehr Ausdauer und auch mehr Bindung zu dir. Das Training sollte meistens mit Dir stattfinden. Im Training kann dein Tier Vertrauen und Bindung zu Dir aufbauen. Ich wünsche Dir und deinem Tier viel Erfolg und bei Fragen melde Dich sehr gerne.

 

 

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