Chiropraktik

In vielen therapeutischen Bereichen gibt es Verwirrungen für den Tierhalter. Oft werde ich angesprochen, ob ich jetzt auch so an Füßen ziehe und heble. Oder warum der Brustkrob nicht so wibbt, wie bei den Kollegen. Im folgenden Artikel möchte ich über die Chiropraktik aufklären.

 

 

 

In der Chiropraktik werden kurze schnelle Impulse genutzt, um die normale Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen. Diese blockieren bekanntermaßen aus verschiedensten Gründen. Falsches Training, Muskeldysbalancen, nach Ops in der Reha-Phase, fehlendes Muskeltraining und daraus entstehenden Instabilitäten u.v.m. In solchen Situationen muss der Körper eine Schiefe ausgleichen und zwangsläufig entstehen Blockaden. Hier setzt die Chiropraktik an. Man arbeitet mit kleinen schnellen Impulsen und beachtet dabei das Gelenkspiel, sowie Verschiebungen (Subluxation). Solche Funktionsstörungen, wie auch Bewegungsstörungen im Bewegungsapparat, haben unbehandelt einen fatalen Einfluss. Der Körper muss mit der Zeit, immer mehr kompensieren und das eigentliche Problem gerät immer mehr aus dem Fokus, da viele andere Symptome das ursprüngliche Problem überdecken.

 

 

 

In der Chiropraktik sucht man hauptsächlich strukturelle Störungen in der Wirbelsäule und die daraus resultierenden funktionellen Einschränkungen. Diese betreffen in aller erster Linie das Nervensystem. Es enstehen Fehlfunktionen der Nerven und daraus eine viel höhere Sensibilität der Nerven. Das Hauptziel der Chiropraktik ist es, mit kleinen schnellen Impulsen, diese strukturellen Störungen zu beheben. Somit werden auch neurophysiologische und biomechanische Störungen behoben.

 

 

Die chiropraktische Behandlung erfolgt mittels eines kontrollierten, sehr spezifisch ausgeübten Impulses, der mit einem Finger oder der Hand ausgeführt wird. Der Impuls ist auf einzelne gelenkige Verbindungen gerichtet, um bestehende strukturelle Störungen zu korrigieren. Man arbeitet mit einem kurzem Hebel und versucht so gezielt, wie es der Körper zulässt zuarbeiten.

 

Es gibt verschiedene Ebenen des Gelenksspielraumes in der der Chiropraktor arbeitet:

 

· den aktiven Raum: Der Arm beugt sich selbst bis ins aktive Ende hinein

 

· den passiven Raum: Der Arm wird mit dem anderen passiv nachgedrückt

 

· den paraphysiologischen Raum: Der Arm wird bis zur anatomischen Grenze passiv bewegt. (Hier arbeitet der Therapeut mit dem Impuls). Hier handelt es sich um Milimeter!

 

· die anatomische Grenze: Diese kommt befindet sich am Ende des paraphysiologischen Raumes. Alles über die anatomische Grenze hinaus, ist schädlich für den Körper und diese gilt es als Therapeut nicht zu überschreiten.

 

Das große Schwungholen ist als absolut kontraproduktiv, da der Therapeut nicht mehr unterscheiden kann, in welcher Ebenen er sich gerade befindet. Das Ziel ist der paraphysiologische Spielraum. Diesen kann das Tier alleine nicht erreichen.

 

Leider gibt es auch hier keine staatliche Anerkennung, so dass jeder sich einfach so Chiropraktiker nennen darf. Daher achte bitte genau darauf, wen du an dein Tier herran lässt. Ich bin keine Tierärztin und habe mich lange mit diesem Thema auseinander gesetzt. Ich für meinen Teil war dennoch sehr interessiert, was dahinter steckt. Es kam im Tierbereich nach und nach ein paar Dozenten, die auch Kurse für „Nichttierärtzte“ anboten. In der Physiotherapeutenausbildung, hatten wir eine Dozentin für Chiropraktik. Sie brachte mich auf den Geschmack. Ich für meinen Teil, muss ehrlich sagen, ich fühlte mich bei meiner Dozentin hervorragend aufgehoben. Regelmäßige Tests, Abfragen und genaue Kontrolle in der Ausführung der Griffe waren Grundvorraussetzung. Zuzüglich einer Abschlussprüfung im schriftlichen, als auch im mündlichen und praktischen. Oft höre ich den Satz, dass Osteopathen viel sanfter wären. Dennoch kann auch die strukturelle Osteopathie genauso intensiv sein, wie eine chiropraktische Behandlung. Da wird auch öfter mal „eingerenkt“ und es läuft unter Osteopathie. Wie in jedem Bereich, gibt es auch hier schwarze Schafe, deshalb ist aber nicht, die ganze Technik schlecht. Da verschwimmt vieles und man kann es nicht ganz klar trennen.

 

Es gibt noch einen Teilbereich der Chiropraktik, den ich hier noch kurz erwähnen möchte. Die instrumentelle Chiropraktik. Hier gibt es spezielle Geräte, die immer den gleich starken Impuls von sich geben. Somit verhindert man angeblich, dass man über die anatomische Grenze geht. Ich habe mich noch nicht groß mit dieser Technik auseinander gesetzt, wollte sie aber kurz erwähnen. Ich für meinen Teil komme gut mit meinen Händen klar und habe somit viel mehr Kontakt zum Tier. Somit kann ich für mich besser abschätzen wie intensiv der Impuls sein muss. Eine Sache noch, es muss nicht immer „eingerenkt“ werden. Mit den chiropraktischen Techniken, lässt sich auch hervorragend mobilisieren. Natürlich mit angepasster Intensität.

 

Ich hoffe ich konnte ein wenig aufklären und falls Fragen entstanden sind, bitte einfach kommentieren.

Einen schönen Abend noch. Viele Grüße Magda

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