Social Media und seine Tücken

Jeder kennt es, fast alle benutzen es und es bringt viele Vorteile. Leider eben nicht nur Vorteile sondern auch eine Menge Nachteile. Im folgenden Beitrag möchte ich euch mal ein paar andere Seiten des Social Media zeigen und wie ihr gekaufte/ Fakeprofile von Kollegen erkennt.


Dieser Beitrag hat nicht in erster Linie etwas mit Tierphysiotherapie zu tun. Allerdings ist mir in letzter Zeit aufgefallen, wie sehr Social Media unser Leben beeinflusst. Sei es Facebook, Whats App, Instagram, Snapchat oder auch Youtube. Ich greife zum Beispiel auch sehr gerne auf Pinterest zurück, wenn wir neue Inspiration bei uns zuhause im Umbau suchen. Youtube ist mittlerweile jedem ein Begriff. Informationsquellen gab es zu keiner Zeit, so vielfältig wie heute. Schnell mal gegoogelt oder auf Youtube nachgeschaut, wie es funktioniert, ist heute für einen Großteil von uns Alltag. Ansich finde ich es eine super Sache. Ich ertappe mich selbst dabei, wenn man mal frei hat, dass man regelrecht darin versinkt. Und ja man kann durchaus Stunden damit verbringen. Es ist eine große Bereicherung jederzeit etwas nachschauen zukönnen. Wie aber mit vielen Dingen im Leben, ist auch Social Media Segen und Fluch zugleich. Ein kleines Thema möchte ich hier noch anschneiden. Datenschutzverordnung: Es hat ja mittlerweile alles und jeden erwischt. Und auch bei mir muss man erstmal eine Datenschutzerklärung unterschreiben. Aber als kleiner Hinweis, sobald man Facebook, Instagram oder Whats app benutzt sind die Daten im Internet für viele Unternehmen offen. Wer es nicht glaubt, einmal in die AGBs der Unternehmen eintauchen und über die Formulierungskünste staunen. Aus diesem Grund haben ich auch mit Equicana kein Whatsapp. So altmodisch das auch sein mag. Ich telefoniere gerne lieber mit dir und kläre alles am Telefon.

 

Eines der größten Probleme der heutigen Zeit, ist das Vergleichen und nicht mehr individualisieren. Einer der Sätze, betreffend der verschiedenen Therapien, der mir am häufigsten ans Ohr kommen: „Das hat bei Tier X doch auch geholfen!“ Was hier allerdings komplett ausgeblendet wird, Tier X hat eine komplett andere genetische Veranlagung, eine andere Haltung und hat eine ganz andere Vorgeschichte. Man vergleicht zum Großteil unabsichtlich, alles mit allem. Aber jedes Tier und jeder Mensch ist anderst und reagiert ganz individuell auf die Therapieverfahren. Aus diesem Grund, kann man auch Therapeuten nicht miteinander vergleichen. Therapiemethoden werden auf verschiedene Arten unterrichtet und beigebracht. Im Großen und Ganzen geht es um das selbe Endergebniss, aber das Einfühlungsvermögen in den Körper und die Feinmotorik müssen trainiert werden. Man muss für sich und sein Tier entscheiden, ob der Therapeut und seine Eigenschaften zum Tier mit seinen Problemen passt.

Zurück zum Thema. Ich versuche seit Wochen regelmäßig etwas zu posten. Sei es auf Instagram oder Facebook, da ich Menschen und Tieren helfen möchte, sich nicht von Krankheiten und körperlichen Problemen unterkriegen zu lassen. Dementsprechend poste ich verschiedenes rund um die Tierphysiotherapie. Was für ein Aufwand dahinter steht, wird leider oft übersehen. Manche Menschen stellen extra einen „Postingplan“ zusammen, dass auch ja an jeden Tag etwas online kommt. Dafür gibt es extra Programme, die das für einen posten und rechtzeitig hochladen. Ob die vielen Posts manchmal Sinn machen oder nicht ist geschmackssache. Gerade zur Equitana wurde es wieder sehr heftig. Aber werden alle Beiträge gelesen und auch allen angezeigt? Facebook hat seinen Algorythmus geändert, und zeigt grade mal 20% meiner Followern meine Beiträge überhaupt an. Das betrifft übrigens auch alle anderen Facebook Seiten denen du folgt, falls du dich wunderst, warum du von manchen Seiten nichts mehr hörst. Je mehr ein Beitrag geliked und geteilt wird, ist dieser Beitrag laut Facebook relevanter und wird mehr angezeigt. 


Aus diesem Grund wird auch immer nach Likes und Teilungen gebeten. Sonst sieht es keiner und die Facebookseite wird nicht von Facebook gepusht. Es gibt viele Möglichkeiten seinen Seitenlikes auf die Sprünge zu helfen. Als kleines Beispiel: Gewinnspiele in denen es Bedienung ist, die Seite zu liken. Das habe ich für Equicana auch getestet, allerdings mit durchmischtem Erfolg. Die einen bleiben, die anderen gehen wieder nach dem Gewinnspiel. Sie interresieren sich ja ansich nicht für eine Seite. Nur für den Gewinn. Selbiges auf Instagram. Wer in den ersten zwei Stunden keine Reaktionen auf seine Beiträge bekommt, wird als irrelevant eingestuft und seine Beiträge werden nicht oder nur wenigen angezeigt. Und genau hier ist der Knackpunkt für mich. Der Algorythmus setzt vorraus, dass es Interaktionen mit dem Beitrag gibt, da sie ja sonst keinen interessieren. Dieses wiederum bedeutet, er setzt vorraus, dass Menschen non stop am Handy kleben und nur darauf warten, dass etwas gepostet wird. Facebook zielt darauf, dass die Seitenbetreiber Beiträge zahlen, nur um Menschen zu erreichen. Facebook schlägt mir regelmäßig vor, einen gewissen Beiträg zu zahlen, dass es für mich Werbung macht. Allerdings ist das aber keinesfalls meine Intension. Natürlich freut man sich, wenn jemanden seine Seite gefällt. Ich möchte für meinen Teil, aber Menschen, die wirklich Interesse an mir und meiner Arbeit haben. Die sehen möchten welche Tieren ich helfen konnte und was diese Tiere für Probleme hatten/haben.

Hier kommt aber schon der nächste Haken. Wer nicht ständig neue Fotos von anderen Tierpatienten postet, hat ja zuwenig Kundschaft und kann seinen Job nicht. Auch solche Sätze habe ich schon live gesagt bekommen und auch von Kollegen gehört. Wie in allem im Leben, dass Negative fällt mehr auf als das Positive. Zurück zum Thema, nicht jeder möchte, dass sein Tier mit seiner Story im Internet landet. Ich für meinen Teil habe vollstes Verständniss dafür und berücksichtige das natürlich auch. Nun kommt aber jemand Neues auf meine Seite und sieht, dass dort wenig Fotos von fremden Tieren gepostet sind und schließt leider einen trügerischen Entschluss. Wenig Fotos, wenig Patienten. Das ist eine große Fehleinschätzung, die es zu bedenken gibt. Versteh mich nicht falsch, ich möchte hier nicht unnötig mausern, aber mal kurz erklären, warum seltener etwas von mir kommt. Es ist nicht mein Lebensziel, das Leben am Handy zu verbringen. Aber genau dorthin steuern wir grade mit Vollgas. Ständig am Handy, darauf warten, dass Leute deine Beiträge liken und Statistiken verfolgen, um es noch zu optimieren. Dabei gibt es so viel wichtigere Dinge, wie das Internet und seine Foren. Wie gesagt, es ist eine richtig nützliche Infoquelle, aber es muss mit Bedacht nachgeschaut werden. Einfach öfter zu hinterfragen und auch mal gegen den Strom schwimmen. Viele Menschen sind heutzutage aus verschiedensten Gründen komplett ausgebrannt. Da ist es doch einfacher alles blind zu kopieren, als sich selbst mit der Materie auseinander zusetzen.

 

 

 

Ein anderes Hobby, dass durch Social Media aufgetreten ist: Ferndiagnosen und Dr. Facebook/Instragram/Google. Jeder absolut jeder der sich in diesen Bereichen aufhält kennt es. Man frägt im Forum nach Ratschlägen. Sei es das passende Geschirr für den Hund, der beste Sattler in der Ecke oder auch einen Ernährungsberater für Katzen. Diese Sparten an Fragen eskalieren ja meistens weniger. Aber was ich leider im häufiger sehe: Ein Bild von Pferd X, Senkrücken, X-beinige Vorderfüße und stumpfes Fell. Welche Tirade jetzt losgetreten wird, kennst du mit Sicherheit: „Du brauchst einen richtigen Hufschmied“, „Der hat sicher COPD“, „Der Reiter ist sicher zu schwer für das Pferd“, „Ich kann dir Wunderheiler XY nur empfehlen, der hat mein Pferd zum fliegen gebracht“…. Nunja das letzte war übertrieben, aber Hand aufs Herz. Meistens endet es genau so. Anstatt sich einen Fachmann zu holen, der sich das Tier von A-Z durchschaut und mit vernünftigen Ratschlägen hilft, machen die Leute im Forum einen total wahnsinnig. Da wird aus einem anfänglichen Rentner, ein Schwerkranker. Und ja mir ist bewusst, dass Fachmenschen Geld kosten, aber rechne mal die Zeit durch, die du am Rechner verbringst, um alle Vorschläge abzuwägen. Da kommt in vielen Fällen der Fachmensch günstiger. Und wie immer gilt auch hier zu sagen, es gibt immer zwei Seiten. Es gibt bestimmt auch eine Menge Tiere, denen es weitergeholfen hat. Es gehört aber abgewogen, wie man am besten ans Ziel kommt. Und das sollte immer ein gesundes Tier sein.

 

Wie sollte man also clever mit Social Media umgehen? In erster Linie nicht alles glauben was man so ließt und sieht. Wir leben in einer Zeit, in der sich alles ums Geld verdienen dreht. Viele Geräte und Produkte sind schlicht und einfach überflüssig. Bei Therapeuten ganz genau hinschauen, wer das Tier behandeln darf. Und ja man darf auch eine Therapie unterbrechen, falls man das Gefühl hat, dem Tier hilft es nicht. Ein guter Therapeut kann dir sofort erklären, warum manches erstmal fürs Tier unangenehm ist. Die Menschen aus der Reha können es bestätigen. Es ist keine einfache Zeit.

 

 

 

Zum anderen die Profile und Homepages der Therapeuten genau unter die Lupe nehmen. Steht alles drauf? Steuernummer? An welcher Schule hat die Person gelernt? Wie lange? Gibt es Urkunden und Zeugnisse? (Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Die alternativen Tierberufe sind nicht anerkannt/ staatlich geschützt, bedeutet im Umkehrschluss, dass es egal ist was auf dem Zeugniss draufsteht. Ob Zertifikat, Urkunde, Abschluss, Bachelor etc. Es kann theoretisch jeder in seinem Keller eine Urkunde ausdrucken, nur mal so am Rande!) Wann wurde die Ausbildung gemacht? Es gibt eine Menge schwarze Schafe in unserem Bereich. Dadurch müssen wir uns immer mehr behaupten und rechtfertigen. Ich achte mittlerweile auch darauf, wie viele Likes die Seite hat, wie viele kommentieren und die Beiträge liken. Viele Likes sind gekauft, denn die Preise sind nicht gerade teuer zum kaufen. Das bedeutet beispielsweise 700 Follower und 3 Likes pro Beitrag, da kommt bei mir eine gewisse Skepsis auf. Es kann natürlich auch am Algorythmus liegen, aber auf halb acht zu sein, wäre hier ratsam! Die beste Möglichkeit ist nach wie vor Mund zu Mund Propaganda. Höre dich um, wer in der Gegend ist und auch schonmal da war. Natürlich auch gerne in Foren, aber wie gesagt, mit einer gewisse Vorsicht.

 

 

 

Ein Fazit des Eintrages ist eigentlich ganz einfach. Social Media ist in erster Linie eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Allerdings mit einer Menge an Problemen. Man verbringt viel Zeit im Internet und vergisst dadurch das Hier und Jetzt. Es gilt große Vorsicht bei der Therapeutenauswahl und ihre Präsenz. Unterstütze deine Therapeuten, Tierärzte und andere Dienstleister. Liken, teilen, empfehlen und kommentieren ist essentiell, für das Überleben im Internet. Aus diesem Grund, freue ich mich auch über Gästebucheinträge auf meiner Homepage. Social Media ist heutzutage in der Wahl, des richtigen Therapeuten ein großes Kriterium geworden. Also teile gerne diesen Beitrag =) Ich wünsche dir noch einen schöne Zeit. Liebe Grüße Magda

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0